bezahlter Artikel Hochzeit29.09.2020

Günstiger Trauredner, günstiger Hochzeitsfotograf, günstiger... ?

Oder lieber DER Dienstleister, der wirklich zu euch passt?

- Ein Gastbeitrag von Hochzeitsrednerin Silvia Schäfler -

Günstig, günstiger...


Kürzlich sah ich eine Liste der am häufigsten verwendeten Keywörter rund um das Thema "Hochzeitsdienstleister". Und ich war baff: die mit Abstand häufigsten Suchanfragen enthielten das Wort "günstig". Also günstiger Trauredner, günstiger Hochzeitsfotograf, günstige Sängerin, günstiger DJ, günstige Hochzeitsband, günstiger Was auch immer.

Da fragte ich mich, was verstehen Heiratswillige, was verstehst Du, liebe Braut oder Du, lieber Bräutigam, die/der diesen Artikel hier gerade liest, unter "günstig"?

Bei Worten interessiert mich immer auch die Herkunft. So habe ich im etymologischen Wörterbuch nachgeschaut: günstig kommt von Gunst = Wohlwollen, Dank, Gnadengabe, Erlaubnis. Ihr sucht also nach einem wohlwollenden, Euch eine Gnadengabe gebenden Dienstleister? Ich glaube weniger, denn heute wird das Wort "günstig" im Sinne von billig, preiswert, Schnäppchen... verwendet.

Möchtest Du wirklich von einem billigen Dienstleister an Deiner Hochzeit begleitet werden?

Sparschwein

Wenn aus günstig teuer wird


Klar, es gibt immer eine günstige Alternative. Ich kann mir z.B. günstige Schuhe bei einer Ladenkette kaufen oder eben Schuhe der Premiummarken oder mir sogar welche auf Maß schneidern lassen. Vielleicht gibt es gar keine großen Unterschiede in der Optik - ABER spätestens nach einigen Stunden Laufen und Stehen merkst Du den Unterschied. Das kann ich Dir aus eigener Erfahrung sagen.

Genauso ist es auch bei den Dienstleistungen rund ums Heiraten & Feiern. Auf den ersten Blick günstige Angebote fangen irgendwann an zu drücken. Da muss hier noch etwas dazu gebucht werden, "dieses Lied kann ich leider nicht einstudieren" bis hin zur bitteren Überraschung, wenn z.B. die Hochzeitsfotos alles Mögliche sind, nur nicht schön, die Hochzeitstorte verläuft oder das Essen beim Büffet nicht nachgefüllt wird. Alles schon selber erlebt!

Du glaubst gar nicht, wie oft ich schon von meinem Lieblingsfotografen gehört habe: "Heute habe ich wieder ein Nach-Shooting. Die Bilder des gebuchten Fotografen waren eine Katastrophe." oder "Der Onkel hatte eine fehlerhafte Speicherkarte.". Zitat eines meiner Brautpaare: "Wir haben uns bei der freien Trauung unserer Freunde eine Stunde fremdgeschämt, so schlecht war die Traurede".

Aus scheinbar günstig kann also ganz schnell ziemlich teuer oder unwiederbringlich verloren werden! Dabei ist natürlich auch mir klar, dass Eurem Budget Grenzen gesetzt sind.

Holzschild mit Schriftzug hapily ever after

Prioritäten definieren


Überlegt Euch daher gut, wo Eure Prioritäten liegen! Was soll wirklich WERT-voll sein? Worauf legt Ihr wirklichen Wert? Was soll Euch ein Leben lang ein Lächeln ins Gesicht zaubern, wenn Ihr an Euren Hochzeitstag denkt? Hier gehören die Investitionen hin!

Fragt Euch auch, was Euch weniger wichtig ist. Muss es die große Hochzeit mit über 100 Gästen sein? Man kann auch klein ganz groß feiern.

Lieber in Qualität investieren


Ich schreibe diese Zeilen als freie Theologin, die sich selbst eher als Zeremoniedesignerin denn als Traurednerin sieht. Hier ein Beispiel aus meinem Wirkungsbereich:

Meine Brautpaare schenken sich in einer auf-den-Leib-geschneiderten Trauzeremonie ihr JA-Wort. Wir, meine Paare und ich, legen großen Wert auf die Vorbereitungsgespräche. Darin geht es nicht nur darum, die Zeremonie zu planen, sondern vor allen Dingen, um den Wandel ihrer bisherigen Liebe von den ersten Schmetterlingen im Bauch über so manche Achterbahnfahrt der Gefühle, der Reifung ihrer Liebe bis hin zum Entschluss, miteinander grau und runzelig zu werden, zu reflektieren. Wir sprechen auch über familiäre Situationen, die nicht so ganz angenehm sind, weil die Eltern geschieden sind oder weil das eigene Verhältnis zu Mutter oder Vater nicht so rosig ist.

Wenn beide aus unterschiedlichen Nationalitäten kommen mit vielleicht auch unterschiedlichen religiösen Kulturen und unterschiedlichen Muttersprachen, schauen wir, welche Traditionen aus ihren Herkunftsländern in der Trauung umgesetzt werden können. Das sind wichtige Elemente, die eine Ehe noch stärker verbinden. Wie etwas begonnen wird, so setzt es sich auch fort. Selbstverständlich wird die Zeremonie auch zweisprachig gehalten. Dazu hole ich mir eine Muttersprachlerin ins Boot, die für mich die Texte übersetzt, so dass auch die Sprachbilder passen.

Diese intensive Vorbereitung spüren alle - Brautpaar wie Gäste - in der Zeremonie. Deshalb ist jede einzelne Trauung etwas ganz Besonderes. Oft sagen mir beide, dass die Trauung einer der schönsten Momente ihres Lebens war. Für sie war es eine gute Investition in ihre gemeinsame Zukunft.

küssendes Brautpaar hält Ringe in die Kamera

Sucht Euch DIE Dienstleister, die zu Euch passen!


Mein Tipp: Sucht nach einem Trauredner/einer Traurednerin, einem Hochzeitsfotografen usw., der/die wirklich zu EUCH als Personen passt! Und nicht deshalb, weil er z.B. in der Nähe von Euch oder Eurer Hochzeitslocation wohnt oder Euch das günstigste Angebot unterbreitet. Qualität ist deutlich nachhaltiger, macht mehr Freude, lässt Euch einen der schönsten Tage Eures Lebens ganz unbeschwert erleben.

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen zauberhaften, unvergesslichen, unbeschwerten Hochzeitstag!

Eure Silvia Schäfler
von Heiraten ist mehr


Hinweis: Gastartikel spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
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